Das Parfum und Strand

 

 

Wieder einmal spazierte Eli gemütlich von ihrem Haus in Paradise Fails in die süsse Altstadt. Schon lange wollte sie sich im dort ansässigen Parfum-Laden einen neuen Duft holen. Als sie den Laden betrat, kam schon die Besitzerin Frau Abonwood auf sie zu. Ein leichtes Parfum, vielleicht blumig aber nicht zu schwer, war der Wunsch von Eli. Erstaunt blickte sie die Verkäuferin an, als Diese ihre Hand nahm und über die Haut strich. Zart, fast mädchenhaft, murmelte sie und in ihrem Kopf rotierten vermutlich schon die verschiedensten Düfte, die zu Eli passen könnten. Veilchen ist zu schwer, Rose zu gewöhnlich und Patschuli zu süss, dachte sie laut. Neugierig wollte Eli wissen, was den Patschuli sei. Eine blumig süsse Duftnote, die mal sehr beliebt gewesen war, bekam sie zur Antwort. Oh dieser Umstand muss wohl komplett an ihr vorbeigegangen sein, lachte Eli.

Frau Abonwood widmet sich wieder Eli, eine frische Frühlingsblumenwiese.. das stelle sie sich vor. Etwas wilde Hyazinthe dazu, einfach etwas frühlingshaftes. Schon verschwand sie hinter der Theke und mischte einige Ingredienzien zusammen. Nach ein paar Minuten kam sie nach vorne und gab Eli die erste Probe. Dazu sprühte sie ein paar Tropfen auf das Handgelenk von Eli, ein warmer Duft von Gardenie und frischen  Himbeeren umfing sie. Ob das der Duft sei, den sie sich vorstellte, erkundigte sich Frau Abonwood. Eli schloss die Augen, liess den Duft wirken und sah Rene vor sich, ein Lächeln huschte über ihr Gesicht.

Hm, etwas frische Minze als Grundton, damit wird es noch etwas leichter, hörte sie Frau Abonwood sprechen. Während sie erneut die Düfte mischte, sah sich Eli im Geschäft um. Neugierig nahm sie einen der vielen Flacons und drückte auf den Zerstäuber. Eine Duftmischung aus weisser Gardenie, cremigem Cocos, duftenden Orangenblüten , saftigen Mandarinen, abgerundet durch Lime-Schalen  und Aloe Vera umgab Eli. Frau Abonwood schnupperte in die Luft und schüttelte den  Kopf, das ist zu stark für ein zartes Wesen wie sie es sei. Sie würde noch experimentieren ob sie Minze oder Grasduft verwenden soll. Ein gutes Parfum brauche seine Zeit, später am Tag würde der  auf sie abgestimmte Duft fertig sein. Zufrieden verliess Eli das Duftgeschäft und machte sich auf den Weg zu Cornelia.

 

Doch soweit kam sie gar nicht, als sie die Hafenstrasse lang lief und nach rechts zu Cornelia gehen wollte, sah sie Rene vor seinem Haus stehen. Strahlend ging sie zu ihm rüber und freute sich ihn zu sehen. Ein Riesenhaus, bemerkte sie lachend, worauf er lachend meinte,  er hätte es günstig bekommen. Die Einladung zum Kaffee konnte und wollte Eli nicht ausschlagen und so folgte sie ihm ins Haus. Gleich im Flur erkannte sie im grossen Bild den Campingplatz von Bärenburg. Erinnerungen kamen wieder hoch. Das Haus ist gross und noch nicht ganz fertig eingerichtet, meinte Rene etwas verlegen, ein Junggesellenhaus halt. Durch das Esszimmer führte Rene sie ins Wohnzimmer, wo Eli völlig verblüfft stehen blieb. Bis hoch über die zweite Etage bestand die Wand aus Fenstern, die den Raum angenehm mit Tageslicht füllte. Draussen war eine Terrasse mit Zugang zum Strand. Der  Blick führte weit über das rauschende Meer. Neugierig musterten ihre Augen weiter den Raum, als sie ein Bild sah, welches sie erneut an die schöne Zeit in Bärenburg erinnern liess. Rene und sie auf einem der Sofas vor ihrem damaligen Cafe, dem Central Perk in Bärenburg.

Die Küche war gross und geräumig und die eines Junggesellen, in der Spüle stand noch Geschirr, welches verräumt werden wollte. Doch bei Eli würde es auch so aussehen, hätte sie keine Geschirrspülmaschine, lachte sie und nahm Rene so die Verlegenheit. Unten ist ein Bad geplant und ganz hinten sei sein kleines Büro. Naja klein ist wohl relativ gedacht, es war riesig. Schräg vor der ebenfalls fensterfüllenden Wand stand sein aufgeräumter Schreibtisch. Noch nicht alles sei eingerichtet, aber die wichtigsten  Bilder hätten den Platz an der Wand gefunden. Neugierig wie Eli nun mal ist, linste sie um die Tür und ihr Kinn fiel nach unten. Sie zusammen am Strand, Rene mit der Gitarre, das eine und erneut ein gemeinsames vom Cafe. Eli schluckte und sah Rene an, sie hätte nicht gewusst, dass er noch so an ihr hängen würde. Es musste für ihn schlimm gewesen sein, zu wissen, dass sie einen andern Mann an ihrer Seite hatte. So gut es ging hätte er sich zurückgehalten, er wollte sich nicht einmischen. Leise entschuldigte sich Eli bei ihm, sie hätte mehr Geduld haben sollen. Rene sah sie an, es muss ihr nicht leid tun, jetzt seien sie ja wieder zusammen. Überglücklich, eine zweite Chance bekommen zu haben, strahlte sie ihn an.

Ein weiteres Bild zeigte Rene vor einer Bar, die sie aber nicht kannte. Er erzählte von der Bar in einem andern Ort und das er ja bald seine Hafenbar hier in Riverlake eröffnen kann.

Oben seien noch  ein paar Zimmer, meinte er lächelnd, sogar mit begehbarem Kleiderschrank. Aber so für ihn allein sei das Haus im Prinzip viel zu gross. Eli’s Kinnlade sank ein paar Zentimeter tiefer und seufzte, ihr Haus sei leer auch wenn das kleine Würmchen da sei. Darüber habe er auch schon nachgedacht, er allein hier und Eli fast allein drüben. Sie sah Rene mit grossen Augen an,  wagte kaum zu atmen, sie würde sehr gerne zu ihm ziehen.  Rene führte sie strahlend  nach oben und zeigte ihr das erste grosse Zimmer. Der Raum bot viel Platz für Eli und das Baby, er würde je nachdem was es dann wird, die Tapete anpassen. Sehr froh darüber, dass er nochmal eine Chance bekam, freute er sich riesig dass Eli zu ihm zieht. Leise gestanden sich Beide erneut ihre Liebe und küssten sich sanft.

Langsam lösten sie sich wieder und Rene zeigte ihr auch sein Schlafzimmer. Geschmackvoll, im Stil eines Junggesellen, war der Raum eingerichtet. Ein grosses Bett stand auf einer Art Empore, etwas tiefer gesetzt nahm ein grosser Schrank die Wand ein. Auch hier verbarg eine Tür den begehbaren Kleiderschrank. Rene erinnerte sich daran, dass er damals in Bärendorf zu ihr gezogen ist und anfangs auf einer Matratze im Wohnzimmer geschlafen hatte. Lachend meinte Rene, sie könnte sich aussuchen in welchem Bett sie schlafen möchte. Eli musste nicht lange überlegen, seines würde sie  mit ihm zusammen gerne in Beschlag nehmen.

Erst aber steht die Eröffnung seiner Bar, danach schicke er den Möbelwagen bei Eli vorbei.Schon überschlug sie welche Möbel sie aus ihrem alten Zuhause überhaupt mitnehmen sollte,  jedenfalls die Kindermöbel.

 

Nach dem Rundgang durchs grosse, aber geräumige Haus fühlte sich Eli müde. Rene bot ihr selbstverständlich an, sich in seinem und bald ihrem gemeinsamen Bett etwas hinzulegen. Dankbar lächelnd nahm sie das Angebot an, küsste ihn sanft und kuschelte sich in sein, nach ihm duftenden Bett. Augenblicklich schlief sie ein. Als sie wieder aufwachte,    musste sie erst überlegen wo sie denn auch war. Nochmal strich sie sanft über das Kissen, stand auf, ordnete ihre wirren Haare und tapste nach unten. Sie linste um die Ecke und sah Rene eifrig am PC tippen. Fast lautlos stand sie hinter ihm und schlang ihre Arme um seinen Hals. Er gab noch die letzten Daten in den Computer ein, speicherte alles und schaltete das Gerät aus.

Nun stand dem versprochenen Strandbesuch nichts mehr im Weg. Während sie geschlafen hatte, verpackte er alles was er für den Strand brauchte, schon in den Wagen. Gentleman wie immer, öffnete er für sie die Tür und die kurze Fahrt konnte starten. Noch war es etwas frisch, aber die spezielle Decke, die er ausbreitete, verströmte eine leichte Wärme. Aus dem Picknick-Korb zauberte er einen Kirschkuchen, welchen er selber gebacken hatte. Eli schmiegte sich eng an Rene und schnitt zwei Stücke Kuchen ab, reichte ihm Eines davon. Erst schnupperte sie an ihrem Stück und biss davon ab..“mmmm.. das ist ja.. echt lecker.. „schwärmte sie und verputzte fast augenblicklich den Rest. Dann hätte sich ja der Kampf mit der Küche gelohnt, er war sichtlich stolz auf sein Werk und freute sich, dass es ihr schmeckte.Er bekam umgehend die Order, erneut den leckeren Kirschkuchen zu backen.

Gemütlich auf der Decke sitzend, lauschte Eli den Wellen und es erinnerte sie an den Strand den sie damals von Bärenburg aus besucht hatten. Sie schwelgten beide in Erinnerung, erzählten begeistert vom Feuerwerk am Flughafen.

Cornelia meinte vor ein paar Tagen, dass zwischen Rene und Eli die Funken nur so sprühen würden und es an der Zeit wäre, wieder ein Paar zu werden. Lächelnd erzählte sie ihm, dass sie sich gefreut hatte, als er nach Riverlake zog. Er war irgendwie immer für sie da, bei Saro’s Unfall, dem Überfall in ihrem Haus und beim Dachstuhlbrand. Sie spürte vor allem nach dem Brand, dass er sich mehr um sie sorgte als es Saro getan hatte. Für ihn war interessanter zu erfahren, wer den Brand verursacht haben könnte. Doch sie wischte die dunklen Gedanken weg und meinte lachend, dass sie froh war, den Rat von Charla angenommen zu haben und ihn zum Essen eingeladen. Schmunzelnd erzählte Rene, dass Yuna spätestens nach dem Brand ebenfalls bemerkte, dass mehr war. Er hätte nicht lange betteln müssen, um nach Eli sehen zu dürfen.

Entspannt sassen beide auf der Decke, als Eli plötzlich Rene’s Hand nahm und sich auf den Bauch legte. Das  kleine Würmchen nutzte die Ruhepause um mal wieder kräftig mit den Füssen zu treten und diese Bewegung spürte Rene unter seiner Hand. Freudig sah er sie an und meinte, dass es ein aufgewecktes kleines Kerlchen sei. Noch wissen aber Beide nicht, was es wird, es soll eine Überraschung werden.

Plötzlich schoss ein Jogger an ihnen vorbei, dicht gefolgt von  einem Polizisten. Dieser blieb stehen und forderte die Zwei auf, den Strand umgehend zu verlassen. Warum liess er die Beiden jedoch nicht wissen. Rene half Eli auf und packte alles zusammen. Sie nutzten die Gelegenheit und fuhren gleich in ein nahes Möbelhaus um dort allfällige Zusatzmöbel ordern zu können.

Später erfuhren sie, dass wohl eine Bombendrohung für den Strand gemeldet

 

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